Warum Akademische Reitkunst?

„Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur.“

Mehr denn je, ist dieser Satz in der heutigen Zeit von Bedeutung. So ist das Angebot für Reitbegeisterte doch unendlich groß. Da gibt es die Pleasures, die Parellis, die Légèretés, die Klassischen, die Spanischen, die Englischen… Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden. Das Angebot ist unendlich groß und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Manch‘ eine Reitweise oder Ausbildungsmethode erhebt Anspruch auf Alleingültigkeit, manch‘ eine möchte nur eine Lücke füllen, für Spezialisten – in dem überaus großen Angebot der Pferdeausbildung. Im Endeffekt streben jedoch alle nach dem gleichen Ziel: Eine solide Ausbildung für Pferd und Reiter soll es sein – zur Gesunderhaltung und zum harmonischen Miteinander.

Doch wie weit ist man trotz aller Bemühungen in Wirklichkeit oft davon entfernt?!

Ziel der Pferdeausbildung ist es nicht, viele schöne Lektionen zu reiten um vor anderen zu glänzen. Sondern es bedeutet, den Pferdekörper athletischer und geschmeidiger zu machen, gepaart mit Kraft und Eleganz. Wichtig ist, dass das Pferd sich in den Übungen wohl fühlt, seinem Reiter willig folgt, ihm gefallen will und sich am Ende dabei selbst gefällt. Wir möchten keinen Kampf mit dem Pferd, denn Harmonie und Leichtigkeit entsteht nicht durch Gehorsam und Unterwürfigkeit, sondern nur durch ein faires Miteinander. Nicht jede Trainingseinheit läuft perfekt. Hier gilt es die Probleme zu erfühlen und zu erkennen und ggf. zwei Schritte zurückzugehen um Entspannung und Sicherheit zu finden und dann wieder neu zu beginnen. Das wirkt oft Wunder.

Als ich die Arbeit mit meinem Pferd begann, habe ich viel ausprobiert. Ich war bei vielen Ausbildern und in der einen oder anderen Reitweise unterwegs. Die körperlichen Defizite und charakterlichen Eigenheiten meines Pferdes brachten mich jedoch früher oder später an einen Punkt, an dem wir nicht weiterkamen. Erst in der Akademischen Reitkunst fand ich die Antworten auf meine Fragen und bekam das „Werkzeug“ in die Hand, mit meinem Pferd in Kommunikation zu treten.

So gibt es viele Möglichkeiten ein Pferd auszubilden. Meiner ist jedoch dieser, der Akademischen Reitkunst nach Bent Branderup geworden.

"Denn wenn die Seele ihren Ausdruck im Körper findet,
dann fangen zwei Geister an miteinander zu tanzen."